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40 Jahre Jubi-Cup der O-Jollen in Wilhelmshaven

15.08.2016

Schon der Name veranlaßt den Wissbegierigen sich zu fragen: Jubi-Cup?? Wieso 'Jubi'? Segeln hat ja was mit Wasser zu tun. Bemühe ich mein Angeberlatein, dann lande ich auch noch nach Jahrzehnten des gnädigen Vergessens bei 'aqua'. Von dort ist es kein weiter Weg hin zu 'aqua vitae'. Die Gründungsväter und -mütter dachten wahrscheinlich an dieses Wasser des Lebens als sie die Jubi-Regatta aus der Taufe hoben.Möglicherweise kreiste damals auch eine Flasche des berühmten Jubiläums – Aquavit, jenem Schnaps, der 1850 von Skandinavien nach Australien verschifft wurde. Der Adressat hatte allerdings bei der Ankunft des Schiffes schon seinen Geist aufgegeben und das Fass überquerte ein zweites Mal die Linie, wie die Nordlichter den Äquator zu nennen pflegen. Es liegt also recht nahe, dass jener Jubiläumsschnaps vor 40 Jahren eine namensgebende Rolle gespielt hat. Wie dem auch immer sei, zum 40. Jubi-Cup reisten 20 O-Jollies aus nah und fern und selbst aus den Niederlanden an. Da der Banter See ein überaus kräftezehrendes Gewässer ist, wurde von den fürsorglichen Gastgebern am Freitagabend ein nahrhaftes Mahl mit zarten Matjes gereicht. Fisch muß schwimmen. Die Thekenmannschaft – durch nette Damen verstärkt – hatte alle Hände voll zu tun, die Dürstenden zu versorgen. Der Abend ging dahin mit vielen Geschichten aus vergangenen Jahrzehnten. Der Verfasser dieser Zeilen zog sich allerdings alsbald in seine Koje zurück. Alte Leute gehen eben früher zu Bett. Leiste bildet hier eine erwähnenswerte Ausnahme! Am nächsten Morgen lieferte Herbert frische Brötchen und nach einem ausgiebigen Frühstück stachen wir dann in den See. Ihm schien unser Tun zu mißfallen, denn er rächte sich sogleich mit einem kurzen Regenschauer, war dann aber nicht weiter nachtragend. Die Wettfahrtleitung auf ihrem 'New Old Joe' hatte ein Dreieckchen ausgelegt und wir segelten munter drei Wettfahrten ohne lange Pausen zwischendurch. Dann ging es zurück und ran an den Pflaumenkuchen, der seine Vernichtung klaglos überstand. Bevor es dann am Abend dem armen Schwein an die knusprige Schwarte ging, hielt der Vorsitzende des gastgebenden KSW eine knackig knappe Rede und gab sodann das Wort an Matjes-Herbert. Dieser begrüßte die Vertreter der Stadt und skizzierte dann in wohlgesetzten Worten die lange Geschichte der Jubi-Regatten. Der Verfasser konnte bei der mehrfachen Erwähnung des Wortes 'Jubi' nicht umhin, ganz spontan einen Doppelten zu kippen. Der Sonntag begann mit einem gemeinsamen Frühstück. Ein Blick aus dem Fenster auf den See ließ schon ahnen, dass keine weitere Wettfahrt zustande kommen würde. Dem war auch so. Um 11.00h wurde die Sache abgeblasen. Das Ganze hatte jedoch ein Nachspiel, das in den Annalen des 'Jubi-Cups' seinesgleichen wohl nicht findet: Ein Sieger konnte nicht ermittelt werden! Ein Mysterium ohnegleichen! In meiner internet- und tv-losen Kindheit war ich mal im Zirkus. Dort sah ich eine junge Artistin, die mit dem linken Bein auf einem Pferd stand und mit dem rechten Bein auf einem zweiten Zossen. Die Pferde trabten munter
durch die Manege und die Artistin stand derweil beinfedernd auf beiden Pferden. Ich war begeistert, wenngleich mein Verhältnis zu diesen Tieren bereits in jenen frühen Jahren sehr zwiespältig war. Das allerdings ist wieder eine andere Geschichte. Zurück zum Thema! War es denn möglich, dass Kai Mölders dieses Kunststück auf zwei O-Jollen beherrschte??? Konnte er gleichzeitig in zwei Booten unterwegs sein? Der ehemalige Außenminister Genscher hatte unzweifelhaft die Gabe der Ubiquität. Er konnte gleichzeitig an zwei verschiedenen Orten auftreten. Ab sofort muß man sich die Frage stellen, ob der Junior aus dem Mölders-Clan auch über diese Gabe verfügt. Bestärkt werde ich noch in meiner Annahme, dass Clanchef Jürgen mir gegenüber halbsteif behauptete, er sei garnicht auf dem Wasser gewesen! Ich werde in nächster Zeit meinen Augenarzt, Dr. Helbing, konsultieren, um meine Sehfähigkeit zu überprüfen und der gute Jürgen sollte mal wieder zu einer - offen- sichtlich längst überfälligen – Beichte gehen, um sich das Ego te absolvo abholen. Nur gut, dass wir O-Jollies viele Dinge rund um unser Hobby nicht ganz so ernst nehmen. Bleiben wir dabei und nehmen sie nicht Bier-ernst, sondern Jubi-ernst!                                         Last but not least: Wir danken dem KSW und all den helfenden Händen zu Wasser und hinter der Theke, die das schöne Wochenende möglich gemacht haben. Es soll keine Drohung sein, aber wir kommen wieder!
Guot goan und bis die Tage dann....Lupus 1466

 
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